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INHALT


Dževad Karahasan erhält Goethepreis der Stadt Frankfurt
Dževad Karahasan © Isolde Ohlbaum
Der bosnische Schriftsteller Dževad Karahasan erhält den mit 50.000 Euro dotierten Goethepreis 2020 der Stadt Frankfurt und steht nun in einer Reihe etwa mit Amos Oz, Siegfried Lenz und Thomas Mann. Karahasans Werk vermittle zwischen Ost und West, Islam und Christentum, begründet das Kuratorium die Wahl. "In Zeiten eines wachsenden Nationalismus auch in Europa steht der diesjährige Preisträger Dževad Karahasan für das dauerhafte Überwinden von Grenzen, seien sie politisch oder kulturell", so Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Der 67-jährige Karahasan lebt in Sarajevo und Graz und arbeitet als Dozent an verschiedenen europäischen Universitäten. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Sara und SerafinaDer Trost des Nachthimmels und der 2019 erschienene Erzählungsband Ein Haus für die Müden. Der Goethepreis wird alle drei Jahre am Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe (28. August) vergeben.

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Buchtipp: Partisanenpost von Aleksandar Zograf
Dieses Buch ist mehr als ein Comic, es ist ein eindringliches, bebildertes Geschichtsbuch. Denn es dokumentiert auf besondere Weise den Schrecken, dem die Bevölkerung Jugoslawiens im Zweiten Weltkrieg ausgeliefert war. In dieser Sammlung von 30 Comic-Reportagen führt Aleksandar Zograf, einer der bedeutendsten Comiczeichner Serbiens, ins ehemalige Königreich Jugoslawien während der deutschen Besatzung 1941 bis 1944. Zograf recherchierte über Menschen im Widerstand und zeichnete anhand von Briefen, Fotos, Tagebüchern, Notizbüchern, Zeitschriften- und Zeitungsartikeln deren Geschichten nach: etwa die von Hilda Dajč, deren Briefe bewegende Einblicke in die Lebensbedingungen im KZ Sajmište (Semlin) geben, die des ungarischen Dichters Miklós Radnóti und dessen letzten Notizbuches über den Alltag im Lager Bor oder die des  – unschuldig hingerichteten – Comiczeichners Veljko Kockar. Ergänzt werden die Comic-Reportagen durch einen Essay von Aleksandar Zograf über seinen Großvater Petar Pavkov, der während des Krieges aktives Mitglied der kommunistischen Widerstandsbewegung war. Im unserem „Literarischen Frühstück“ spricht Aleksandar Zograf mit Axel Halling, Vorstandsmitglied und Projektmanager des Deutschen Comicvereins e.V. und gibt Einblicke in seine Arbeit.

Zum „Literarischen Frühstück" mit Aleksandar Zograf

Übersetzer als Brückenbauer  
TRADUKI verbindet über Bücher, Übersetzungen und andere Literaturprojekte den Südosten Europas mit der deutschsprachigen Literaturwelt. Übersetzer*innen spielen dabei eine herausragende Rolle. Im Vergleich zu den Autor*innen werden sie von den Leser*innen aber oft kaum wahrgenommen. Dabei machen sie den kulturellen Austausch über sprachliche Grenzen hinweg erst möglich und müssen dabei den verschiedensten sprachlichen, historischen und kulturellen Hintergründen gerecht werden. Eindrucksvoll, dass viele Übersetzer*innen gleich aus mehreren Sprachen ins Deutsche übersetzen. So etwa Alexander Sitzmann, der 2016 Georgi Gospodinovs Physik der Schwermut aus dem Bulgarischen ins Deutsche übertragen hat. Er übersetzt daneben auch aus dem Englischen, Mazedonischen und den skandinavischen Sprachen. Ein weiterer vielfacher „Brückenbauer“ ist Andreas Tretner. Der Übersetzer von Angel Igovs Die Sanftmütigen war kürzlich ebenfalls im „Literarischen Frühstück" zu Gast. Einst Lektor für slawische Literaturen ist er seit 1985 als freier Literaturübersetzer für Russisch, Bulgarisch und Tschechisch tätig. Andreas Tretner bekleidet im Wintersemester 2020/21 die Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin, die erste Professur dieser Art im deutschsprachigen Raum.


Autorin ohne Grenzen: Elvira Mujčić
Elvira Mujčić © Paolo Falcucci
Sie ist der Inbegriff der Autorin ohne Grenzen: Elvira Mujčić, geboren 1980 im heutigen Serbien, ist eine italienisch-bosnische Autorin und Übersetzerin und lebt heute in Rom. 1993 kam sie als Flüchtling nach Italien. Mujčić studierte Sprachen und Literatur und spezialisiert sich nun auf dem Gebiet der Ethnopsychologie. Sie schreibt auf Italienisch, übersetzt aus dem Serbischen, Kroatischen und Bosnischen und ist Autorin mehrerer Romane und Theaterstücke. In deutscher Übersetzung liegt ihr Roman Balkan Blues (btb Verlag 2019) vor. Der Roman ist eine Reise ins verwundete Herz Europas, auf der Suche nach der eigenen Identität, voll von schwarzem Humor und starken Gefühlen. Ohne jeden Zweifel weist Elvira Mujčićs Roman zahlreiche autobiographische Bezüge auf. Tino Schlench stellt das Buch in seinem Buchblog Literaturpalast vor.

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Demnächst zu Gast beim „Literarischen Frühstück"

Mit dem „Literarischen Frühstück" serviert der „Common Ground" einmal pro Woche einen neuen kulturellen Leckerbissen aus Südosteuropa. Jeden Donnerstag kommen Autor*innen und Expert*innen aus der Schwerpunktregion der Leipziger Buchmesse 2020-2022 zu Wort, führen Gespräche und geben Einblicke in ihre Werke. Am 14. Mai stimmte das Duo Barimatango aus Bosnien und Herzegowina mit einer Mischung aus sephardischer und Roma-Musik musikalisch auf den Balkan ein. Am 21. Mai erzählt Marko Dinić, was ihn besonders an der Literatur von Danilo Kiš begeistert. Und am 28. Mai folgt ein Gespräch über das „Common Ground“-Jahresthema „Herkunft und Zugehörigkeit“: Nadine Schneider, die Tochter von Auswanderern aus dem rumänischen Banat, die heute in Berlin lebt und arbeitet und 2019 ihren ersten Roman Drei Kilometer (Jung und Jung 2019) veröffentlich hat, stellt sich den Fragen von Annemarie Türk.


„Common Ground" bei der Langen Nacht der Ideen
Jedes Jahr zeigt das Auswärtige Amt mit der „Langen Nacht der Ideen“, wie wichtig die soziale Kraft von Kultur und Bildung angesichts der gesellschaftlichen und politischen Verwerfungen weltweit ist. In diesem Jahr werden die Veranstaltungen am 16. Juni virtuell stattfinden. „Common Ground“ beteiligt sich mit fünf aktuellen Filmen aus verschiedensten Ländern Südosteuropas, die per vimeo-links oder YouTube zugänglich sind. Ergänzend dazu finden live-Chats oder aufgezeichnete Hintergrundgespräche u.a. mit Regisseuren, der kroatischen Kuratorin sowie einem Autor (voraussichtlich Georgi Gospodinov) statt. Weitere Infos gibt es in Kürze unter dem Hashtag #LNDI2020.

Noch bis 2022 will „Common Ground. Literatur aus Südosteuropa“ als Schwerpunktregion der Leipziger Buchmesse Autor*innen, Literatur und Kultur vorstellen. Zu dem kulturpolitisch so bedeutsamen Projekt haben sich Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien und Slowenien in Kooperation mit Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen. So unterschiedlich die Länder, ihre Völker, Sprachen, Religionen, ihre Geschichte und ihre Geschichten auch sein mögen – auf dem Common Ground präsentieren sie sich erstmals gemeinsam und stellen das Verbindende in den Vordergrund – unabhängig von historischen und aktuellen Konflikten. 

www.traduki.eu  
www.leipziger-buchmesse.de

Medienbüro „Common Ground. Literatur aus Südosteuropa“
Schwerpunktregion der Leipziger Buchmesse 2020-2022
Mirjam Flender, Kirsten Lehnert, Svenja Pütz
+49 171 8112687  
presse@projekt2508.de

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