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INHALT

Literarisch reisen!
Liebe Leser*innen,

der Sommer liegt vor uns, und egal, ob Sie eine Reise unternehmen oder nicht: Mit einem guten Buch kann man sowohl am Strand als auch auf dem heimischen Balkon seinen Horizont erweitern, Neues kennenlernen oder einfach abtauchen. Das TRADUKI-Team hat in den letzten Jahren eine Reihe interessanter Bücher aus Südosteuropa kennengelernt. Einige unserer Lieblingsbücher wollen wir Ihnen hier als Sommerlektüre ans Herz legen. Noch mehr Appetit auf neue Bücher, Literaturen und Kulturen aus Südosteuropa machen wir Ihnen wie immer donnerstags beim Literarischen Frühstück. Und bei der Langen Nacht der Ideen am 19. Juni sorgen Balkan-Filme für lebendige Bilder im Kopf.

Ich wünsche Ihnen eine spannende literarische Reise!

Antje Contius
Geschäftsleiterin S. Fischer Stiftung
Leitung der Geschäftsstelle TRADUKI

Buchtipp 1: Der achte Beauftragte von Renato Baretić
Meer, Insel, Witz, Satire und wunderschöne Landschaften – das alles vereint Renato Baretić in seinem Buch Der achte Beauftragte. Der mit der Leichtigkeit des Südens geschriebene Roman ist die Leseempfehlung von Angelika Salvisberg, der Co-Koordinatorin von "Common Ground" im TRADUKI-Team. Das Buch handelt von einem gestolperten Politiker, der – um Schlimmeres zu vermeiden – von der Regierung als ‚Beauftragter für Demokratie‘ auf eine abgelegene Adria-Insel geschickt wird. Fern von den Machtspielen und politischen Intrigen, von Korruption und Bürokratie, leben die Inselbewohner in einer atemberaubend schönen mediterranen Landschaft –  nach ihren eigenen Vorstellungen: mit allem Nötigen versorgt von der Mafia und finanziell gesichert durch das australische Rentensystem, das einer von ihnen erfolgreich angezapft hat. Sieben ‚Beauftragte‘ haben die Insulaner schon in die Flucht geschlagen – der achte soll es nun richten. Wird er?
Der achte Beauftragte ist als ebook erhältlich und auch verfilmt worden. Eine Kostprobe gibt es hier. 

Buchtipp 2: Sänger in der Nacht von Olja Savičević 
Pomela sucht ihre alte Liebe Fink. Als einzige Spur dienen fingierte Briefe über den nächtlichen Gesang der Liebenden – angeblich geschrieben von Hunden, Dichtern, Gottheiten, die er unter seinen Nachbarn verteilte. Pomela startet ihr Cabrio und fährt los um ihn suchen. Der Roman Sänger in der Nacht von Olja Savičević ist eines der Lieblingsbücher von Radmila Radovanović aus dem TRADUKI-Team: „Der ganz persönliche Roadtrip von Dalmatien nach Bosnien ist eine herrliche Sommerlektüre und wie Olja Savičevićs letzter Roman Lebt wohl, Cowboys und ihre Lyrik zugleich romantisch und leidenschaftlich.“  

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Buchtipp 3: Zwei Jahre Nacht von Damir Ovčina
Ein autobiografischer Roman ist die Empfehlung von Hana Stojić, Kuratorin des “Common Ground”-Programms „für alle, die keine Berührungsängste mit Schmerz haben und es wagen, in die Abgründe des menschlichen Daseins zu blicken“. In Zwei Jahre Nacht erzählt Damir Ovčina von einem jungen Mann, der während der Kriegsjahre 1992–1995 in einem feindlichen Viertel Sarajevos eingeschlossen ist – vom Vater getrennt, von den Besatzern gedemütigt. Er muss Tote bestatten, steht aber auch den Lebenden bei. Nachdem er, im Verborgenen, eine Frau kennengelernt hat, wehrt er sich zum ersten Mal gegen seine Peiniger, flüchtet und kämpft fortan im Untergrund. Wer sich ein Bild von dem Autor machen möchte: Am 11. Juni war Damir Ovčina bei unserem Literarischen Frühstück zu Gast.


Internationaler Literaturpreis für Die Sanftmütigen von Angel Igov
Für die Jury des Internationalen Literaturpreises ist Angel Igovs Werk Die Sanftmütigen ein Buch, „das schon jetzt zur Weltliteratur gehört“. Dem gewaltigen Schreckensmosaik des 20. Jahrhunderts fügt der junge Autor aus Sofia wichtige Motive hinzu: Die Geschehnisse um die bulgarischen Volksgerichte 1944/45 sind kaum bekannt, erst kürzlich wurden die Archive geöffnet. Dokumentarisches wird hier mit literarischer Erfindungskraft in eine dichte Erzählung von Einzelnem und Gesellschaft verwoben, von privatem und kollektivem Schicksal. „Ein verstörender und doch auch zutiefst befriedigender Roman, souverän, mutig, zwingend – von Andreas Tretner präzise und klug ins Deutsche übertragen“, so die Jury.

Der Internationale Literaturpreis wird vom Haus der Kulturen der Welt (HKW) und der Stiftung Elementarteilchen verliehen und zeichnet herausragende Werke internationaler Gegenwartsliteraturen und ihre Erstübersetzungen ins Deutsche aus. Im Ausnahmejahr 2020 wurden alle sechs Titel der Shortlist gleichermaßen prämiert.

Roadmovie: Balkan-Filme bei der Langen Nacht der Ideen
Zu einem Roadmovie besonderer Art lädt die „Lange Nacht der Ideen“ ein, die das Auswärtige Amt und seine Partner in diesem Jahr erstmals virtuell veranstalten. Auch TRADUKI ist wieder dabei: Gezeigt werden vier sehr unterschiedliche Filme unter dem Motto „Herkunft und Zugehörigkeit“. Dazu finden live-Chats und Gespräche statt. Den Anfang macht der Kurzfilm Blind Vaysha, der auf einer Erzählung von Georgi Gospodinov basiert, samt anschließendem Interview mit dem Autor. Nach dem Dokumentarfilm The Final Adventure of Kaktus Kid kann das Publikum entscheiden, mit welchem Film die Nacht fortgesetzt werden soll; zur Wahl stehen Borders, Raindrops und Gott existiert, ihr Name ist Petrunya.


Lejla Kalamujić zu Gast beim "Literarischen Frühstück"
Acht spannende Gespräche mit Autor* innen, Übersetzer*innen und Südosteuropa-Expert*innen haben wir bereits in unserer Reihe „Literarisches Frühstück“ (jeden Donnerstag um 8:30 Uhr) geführt. Am 18. Juni ist mit Lejla Kalamujić eine Autorin zu Gast, die 1980 in Sarajevo geboren wurde und dort als Jugendliche den Krieg erlebte. Welche literarischen Vorbilder sie prägten und dass Literatur vielleicht nicht die Welt, aber sie selbst retten kann, das alles und noch mehr erzählt sie im Gespräch mit dem Übersetzer Ismar Hačam. Und natürlich ist auch eine Geschichte aus ihrem kürzlich erschienenen Erzählband Nennt mich Esteban zu hören, eingelesen von der Schauspielerin Susanne Bormann. Dieses und alle weiteren bisherigen Gespräche sind auf Facebook und YouTube zu sehen. Im Juli und August macht das "Literarische Frühstück" eine Pause; an gleicher Stelle gibt es dann ein Sommer-Special.

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Noch bis 2022 will „Common Ground. Literatur aus Südosteuropa“ als Schwerpunktregion der Leipziger Buchmesse Autor*innen, Literatur und Kultur vorstellen. Zu dem kulturpolitisch so bedeutsamen Projekt haben sich Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien und Slowenien in Kooperation mit Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen. So unterschiedlich die Länder, ihre Völker, Sprachen, Religionen, ihre Geschichte und ihre Geschichten auch sein mögen – auf dem Common Ground präsentieren sie sich erstmals gemeinsam und stellen das Verbindende in den Vordergrund – unabhängig von historischen und aktuellen Konflikten. 

www.traduki.eu  
www.leipziger-buchmesse.de

Medienbüro „Common Ground. Literatur aus Südosteuropa“
Schwerpunktregion der Leipziger Buchmesse 2020-2022
Mirjam Flender, Kirsten Lehnert, Svenja Pütz
+49 (0)228 1849 67-24
presse@projekt2508.de


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