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NEWSLETTER  AUGUST 2020
INHALT

Liebe Leser*innen,

wie schnell die Zeit vergeht! Es ist nun bald ein halbes Jahr her, seit die Leipziger Buchmesse wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Der „Common Ground“, der eigentlich in Leipzig den Auftakt des auf drei Jahre angelegten, einzigartigen Kulturprojektes feiern wollte, hat andere Wege gefunden, um die Literatur aus Südosteuropa hierzulande bekannter zu machen. Neben unserem „Literarischen Frühstück“ mit Autor*innen, Übersetzer*innen und anderen Expert*innen haben wir nun ein weiteres digitales Format entwickelt, das wir Ihnen hier vorstellen wollen: „Angelesen: Geschichten aus Südosteuropa“. Und natürlich präsentieren wir Ihnen wieder spannende Bücher und Neuigkeiten aus Südosteuropas Literaturszene.

Lesen Sie weiter mit uns!
Herzlichst

Antje Contius
Geschäftsleiterin S. Fischer Stiftung
Leitung der Geschäftsstelle TRADUKI


Neues Audioformat
Sie sind bekannt etwa aus dem „Tatort“ oder der ZDF-Krimiserie „Letzte Spur Berlin“ – nun leihen Susanne Bormann und Aleksandar Radenković unserem neuen Audio-Format ihre Stimmen: „Angelesen: Geschichten aus Südosteuropa“. Wie der Name schon vermuten lässt, werden hier literarische Werke in kurzen Auszügen vorgestellt. Sie sollen Lust machen auf noch mehr Literatur vom „Common Ground“, der Schwerpunktregion der Leipziger Buchmesse 2020–2022. Die Reihe startete am 10. August mit einem Auszug aus dem Roman Sänger in der Nacht der kroatischen Autorin Olja Savičević. Alle zwei Wochen, jeweils montags, kommt ein neuer Beitrag mit prominent eingelesenen Passsagen dazu, etwa mit Werken von Danilo Kiš oder Georgi Gospodinov.

Drago Jančar hat den Österreichischen Staatspreis entgegengenommen
Am 3. August hat der slowenische Autor Drago Jančar in Salzburg den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur entgegengenommen (Foto: HBF/Peter Lechner). Die feierliche Preisverleihung fand im Beisein von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und  Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer statt. Staatssekretärin Mayer bezeichnete den Preisträger in ihrer Ansprache als "europäischen Geschichtenerzähler slowenischer Sprache, der uns mit oftmals verstörenden Wahrheiten konfrontiert und der über das wunderbare Talent verfügt, uns für alle Formen von Ideologie, Machtmissbrauch und Gewalt empfindlich zu machen und gegen Hochmut, Eitelkeit und Größenwahn aller Art zu immunisieren."

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Neuerscheinung: Petre M. Andreevski Alle Gesichter des Todes
Petre M. Andreevski (1934–2006), wurde in Sloeštica, im Südwesten des heutigen Nordmazedonien geboren. Er wird zuweilen als balkanischer Verwandter Franz Kafkas und Samuel Becketts gehandelt. In Alle Gesichter des Todes erzählt er auf eine ganz besondere Weise vom Tod. Seine 19 hier versammelten Erzählungen bieten viel mehr als einen Reigen von skurrilen, manchmal auch übersinnlichen Todesarten: Denn die Begegnung mit dem Tod ist meist auch eine Begegnung mit der Absurdität des eigenen Lebens, tiefe Traurigkeit über das Ende ist häufig gepaart mit einem existenziellen Witz. Dabei führt Andreevski quer durch das mazedonische 20. Jahrhundert: von den Balkankriegen noch vor dem Ersten Weltkrieg durch das königliche und das sozialistische Jugoslawien hindurch. Benjamin Langer übersetzt das kraftvoll und farbenreich, lässt den Tod als letzten Paukenschlag des Lebens erklingen. Das Buch erscheint am 18. August im Guggolz-Verlag.


Buchtipp: David Albahari Heute ist Mittwoch
Es ist Mittwoch als ein Mann seinen an Parkinson erkrankten Vater zu Untersuchungen begleitet. Auf einem ihrer Spaziergänge erblickt der bis dahin schweigsame Vater einen Mann, der in ihm Erinnerungen weckt, und er beginnt aus seinem Leben zu erzählen: Einst gefürchteter Parteiaktivist und Geheimdienstmitarbeiter, hat er Menschen brutal und ohne Skrupel schikaniert. Als sich eines seiner Opfer rächt und ihn als Stalinisten anzeigt, verbannt man ihn in das berüchtigte Arbeitslager auf der Insel Goli otok in der Adria. Während der Sohn den großspurigen Geschichten seines Vaters lauscht, muss er entscheiden, wie viel Glauben er ihm schenken will, ob die Krankheit und das Erlittene ihn von seiner Schuld freisprechen oder nicht. Heute ist Mittwoch  (im Frühjahr bei Schöffling erschienen) ist der bisher vielleicht politischste Roman Albaharis über die Missetaten des kommunistischen Regimes gegenüber der Bevölkerung und die lange verschwiegenen grausamen Praktiken, die nach 1948 auf der „nackten Insel" herrschten. Zugleich stellt David Albahari mit schwarzem Humor und erzählerischer Raffinesse vermeintliche Wahrheiten über Täter und Opfer infrage.

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Slowenisches Volks- und Kulturhaus in Triest
1920 ist in Triest das slowenische Volks- und Kulturhaus „Narodni dom“ niedergebrannt worden. 100 Jahre später wurde das Gebäude und gleichzeitig nationale Symbol der slowenischen Volksgruppe in Italien nun wieder an die Slowenen übergeben. Der Brand war damals nur der Beginn einer systematischen Unterdrückung: Slowenische Schulen und Institutionen wurden abgeschafft und sogar die Nachnamen geändert. Anlässlich der Feierlichkeiten zur Übergabe wurde nun der 1913 in Triest geborene slowenische Schriftsteller Boris Pahor ausgezeichnet. Der 106-jährige Autor, der Augenzeuge des Brandes war, schrieb darüber auch in seiner Novelle Piazza Oberdan.


Als Schwerpunktregion der Leipziger Buchmesse 2020-2022  will „Common Ground. Literatur aus Südosteuropa" südosteuropäische Autor*innen, Literatur und Kultur vorstellen. Zu dem kulturpolitisch so bedeutsamen Projekt haben sich Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien und Slowenien in Kooperation mit Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen. So unterschiedlich die Länder, ihre Völker, Sprachen, Religionen, ihre Geschichte und ihre Geschichten auch sein mögen – auf dem Common Ground präsentieren sie sich erstmals gemeinsam und stellen das Verbindende in den Vordergrund – unabhängig von historischen und aktuellen Konflikten. 

www.traduki.eu  
www.leipziger-buchmesse.de

Medienbüro „Common Ground. Literatur aus Südosteuropa“
Schwerpunktregion der Leipziger Buchmesse 2020-2022
Mirjam Flender, Kirsten Lehnert, Svenja Pütz
+49 171 8112687  
presse@projekt2508.de


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